Des Teufels Advokat

Nächste Woche tagt zum letzten Mal die Landessynode der Evangelischen Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz (EKBO) bevor sie sich dann zu Beginn des nächsten Jahres neu konstituiert. Während dieser Tagung soll unter anderem ein neuer Präsident des Konsistoriums gewählt werden, sprich die oberste Führungsposition des Konsistoriums muss neu besetzt werden. Dieser Schritt ist notwendig, da die Synode beim Versuch der Wiederwahl des Amtsinhabers  – Ulrich Seelemann – diesem das Vertrauen nicht schenken wollte. Sehr deutlich wurde Herr Seelemann  nicht gewählt, obwohl er alleine zur Wahl stand.

Den Wahlvorschlag für die Wahl des Präsidenten des Konsistoriums wird allein von der Kirchenleitung aufgestellt und somit war die nicht erfolgte Wiederwahl nicht nur eine Niederlage für den Amtsinhaber, sondern eben auch für die Kirchenleitung.

Nach dieser Peinlichkeit, wollte man wohl auf Nummer sicher gehen und schickt nun zwei Kandidaten auf die Reise – einen internen und einen externen  Kandidaten. Leider ist der interne Kandidat meines Erachtens eine denkbar schlechte Alternative: Dr. Martin Richter!

Es ist nicht der erste merkwürdige Wahlvorschlag, der bei einer Synode unterbreitet wurde und normalerweise halte ich mich im Vorfeld von solchen Wahlen deutlich zurück, aber hier kann ich vor diesem Mann nur warnen.

So habe ich von Herrn Dr. Richter weder Stärken in Führung und Organisation kennengelernt, noch ihn als repräsentativen Mann der ersten Reihe wahrnehmen können. Das alles ist aber unwichtig, wenn man bedenkt, welches Gesicht er in der Causa Nazareth gezeigt hat und was seine Vorstellung von Kirche ist.

KIRCHE VON OBEN!

In der Causa Nazareth war OKR Dr. Martin Richter der zuständige Jurist des Konsistoriums und hat somit das Vorgehen gegen die Gemeinde koordiniert und initiiert. Die Liste der Dinge, die er dabei „verzapft“ hat ist ewig lang und könnte Bücher füllen (was sie auch noch werden). Da das hier den Rahmen sprengen würde, nur ein paar Beispiele des Vorgehens des OKR Dr. Martin Richters:

 

Wahrheit spielt keine Rolle

In den Beschluss zur offensichtlich rechtswidrigen Auflösung des GKR Nazareth flossen diverse Halbwahrheiten, Gerüchte und die spezielle Art der Interpretation von Dr. Martin Richter ein. An einer Stelle behauptete die GBR Vorsitzende, dass andere Gemeindeglieder Interna aus dem GKR wüssten und benannte diese Personen namentlich. Als diese das mitbekamen und nachweisen konnten (!), dass die Aussage nicht stimmte, konfrontierten sie damit (schriftlich) OKR Dr. Richter.

Dessen lapidare Antwort war, dass man eben den Wahrheitsgehalt nicht überprüfen konnte und das dieser auch nicht relevant sei.

Es wurde ein GKR aufgelöst und die dafür zitierten „Fakten“ wurden nicht auf ihren Wahrheitsgehalt überprüft?  –  DAS ist Kirche im Stile von Dr. Martin Richter!

 

Juristisches Können und Dürfen

Ein entscheidender Knackpunkt in der Causa Nazareth war das Kippen der Mehrheitsverhältnisse im GKR Nazareth. Dies wurde möglich, indem in einer rechtlich sehr strittigen Situation eine Pfarrerin eine Einführung von Ältesten vornahm. Eine Einführung gegen den Willen des GKR-Vorsitzenden und ohne Beschluss des GKR -rechtlich hätte diese Einführung nicht stattfinden dürfen. Als dann die Rechtsaufsicht des Konsistoriums angerufen wurde, antwortete Dr. Martin Richter, dass man zwischen dem „juristischen Können“ und dem „juristischen Dürfen“ unterscheiden müsse. Sprich, es ist richtig, dass die Pfarrerin nicht hätte einführen dürfen, aber als Pfarrerin konnte sie es halt tun und deswegen sei die Einführung rechtens.

Dass man eine Handlung, die so offensichtlich falsch ist, auch für nichtig erklären kann, interessierte ihn nicht, denn es war ja das Ergebnis, was er wollte – eine Mehrheit im GKR. Nur so konnte er die Auflösung durchsetzen, nur so konnte er den Widerstand brechen.

Und wenn man nun denkt, dass wenigstens die Pfarrerin sich dafür verantworten musste, dass wider den Gesetzen der Kirche gehandelt hatte… Nun ich will nicht soweit gehen und sagen, dass sie noch belohnt wurde, aber von einer Strafe oder einem Verfahren habe ich nichts gehört…

Pfarrer die gegen GKR handeln dürfen, so lange sie nur den Willen des Konsistoriums entsprechend handeln?  – DAS ist Kirche im Stile von Dr. Martin Richter!

 

Hausverbote, Strafanzeigen und Mobbing

Was macht man eigentlich, wenn man die Gemeindeleitung zerschlagen hat und nun noch die Personen loswerden muss?

Man stellt gegen die betroffenen Personen einfach in jeder Hinsicht vollkommen unbegründete Strafanzeigen, halt diese Anzeigen über Jahre am laufen in dem immer wieder irgendwelche obskuren Unterlagen nachreicht und nimmt dieses „schwebende Verfahren“ zum Anlass um  für Hausverbote zu sorgen. Dann ignoriert man sämtliche Anfragen und verbreitet stattdessen gegenüber der einfachen Gemeinde, dass man ja als Kirche nicht ohne Grund so vorginge – man bedauere es sogar, sei ja aber gezwungen… Alle Anzeigen, alle Vorwürfe aus diesen Verfahren und die Hausverbote sind in sich zusammengebrochen und konnten einer juristischen Überprüfung durch die Staatsanwaltschaft und das Kirchengericht nicht standhalten. Dennoch wurden die betroffenen Personen 1,5 Jahre lang ausgeschlossen und gemobbt – Das Ziel war erreicht.

Eine kirchliche Verwaltung, die ihre Macht ausnutzt um gegen einzelne Gemeindeglieder vorzugehen? – DAS ist Kirche im Stile von Dr. Martin Richter!

 

Ich könnte noch viele weitere Beispiele bringe, z.B. dass Dr. Martin Richter als Volljurist lieber Anwälte von Kirchensteuermitteln bezahlen lässt, als dass er sich selbst um Verfahren kümmert oder dass er es schaffte, bei einer Finanzprüfung einen Bericht vorzulegen, bei dem keine einzige Zahl stimmte (!), ich will aber an dieser Stelle stoppen. Es sollte klar geworden sein, dass meiner Erfahrung und Einschätzung nach Dr. Martin Richter für eine rücksichtslosen „Kirche von oben“ steht, die nicht mit einem evangelischen Verständnis von Kirche vereinbar ist.

Ich kann all diese Beispiele belegen mit den entsprechenden Unterlagen, falls jemand zweifeln sollte. Wenn es darum geht, warum ich das nicht jetzt sofort tue und die Unterlagen veröffentliche; nun beim letzten Mal als ich ein Originaldokument ins Netz stellte, wurde ich von der Kirche wegen Verletzung des Urheberrechts angeklagt…

Davon werde ich mich aber nicht mundtot machen lassen und inwiefern ein Verwaltungsschreiben dem Urheberrecht unterliegt, muss auch geklärt werden.

Wie auch immer:

Liebe Mitsynodale! Wenn Ihnen etwas an einer „Kirche der Freiheit“ liegt, dann wählen Sie nicht Dr. Martin Richter!

Vielen Dank!

 

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