Die Winde des Wechsels wehen – stark genug?

Die Landessynode der EKBO hat mit ihren Wahlentscheidungen eine sehr deutliche Aussage getroffen: Wir wollen Veränderung!

Veränderung in der Leitung der Kirche. Die beiden höchsten Leitungsämter des Konsistoriums – Präsident und Probst – wurden mit neuen Kräften besetzt, den bisherigen Amtsinhabern wurde ausdrücklich das Vertrauen entzogen, da sie deutlich nicht wieder gewählt wurden.

Durch die deutliche „Klatsche“ (anders kann man es wohl nicht nennen), die Dr. Richter bei der Wahl zum Präsidenten hinnehmen musste, zeigte es sich m. E. zudem, dass nicht nur der alte Amtsinhaber, sondern auch seine ganze  Philosophie nicht mehr gewollt ist. Denn Dr. Richter hat sich ganz deutlich so positioniert, dass er das Konsistorium eben nach alter Schule weiterführen wollte.

Das alles ist deutlich abgewählt worden!

Auch wird sich im Januar eine neue Kirchenleitung konstituieren und man kann leicht der Idee verfallen, dass somit der Wechsel in der Leitung der Kirche auch Veränderung für die Kirche bringen wird. Es bleibt aber die Frage:

Ändert sich genug?

In der Causa Nazareth hat sich deutlich gezeigt, dass es viele verschiedene Täter und Täterinnen gibt und alle (!) Ebenen der Kirche gemeinsame Sache gemacht haben, um das große Unrecht in Nazareth zu manifestieren und durchzusetzen.

Dr. Richter hat hier sicherlich eine zentrale Rolle gespielt, m.E. war er der „Architekt“ der Demontage und Vernichtung einer gut funktionierenden Gemeinde. Diese Rolle konnte er nur mit Unterstützung der Leitung des Konsistoriums (Präsident Seelemann, Pröpstin von Kirchbach) ausfüllen und so mag sich jeder selbst denken, was ich bei den Wahlen empfunden habe…

Dennoch war die Causa Nazareth nur dadurch möglich, dass Dr. Richters Handeln von oben gedeckt und von Helfershelfern umgesetzt wurde.

 

Deckung von oben

Um es ganz klar zu sagen: Bischof Dr. Dröge trägt volle Mitverantwortung für die Geschehnisse der Causa Nazareth. Er wurde mehrfach und immer wieder angerufen, um dem Treiben ein Ende zu setzen. Im Ergebnis kamen keine Antworten und der kirchliche Machtapparat zeigte mehr und mehr seine hässliche Seite. Wie dieses Verhalten mit den eigenem Streben nach einer „Friedensethik“ vereinbar ist, muss dringend betrachtet werden. Wie kann ein Bischof sich nach außen massiv als „Friedensfürst“ produzieren, wenn er im eigenem Hause das Gegenteil bewirkt?

 

Zuarbeit von unten

Neben der Deckung „von oben“ war es für den Verlauf der Causa Nazareth von wesentlicher Bedeutung, dass die mittlere Ebene das Ganze mitträgt und ausführt. Sprich, der Kirchenkreis hat sich nicht schützend vor die Gemeinde gestellt, sondern direkt an der Zersetzung der Gemeinde mitgewirkt. Und wenn man sich die Strukturen unserer Kirche etwas genauer anschaut, stellt man schnell fest, dass es in einem Kirchenkreis vor allem auf eine Person zuläuft: Den Superintendenten! In unserem Fall: Superintendent Martin Kirchner. Er hat entscheidenden Einfluss auf den Verlauf der Causa Nazareth genommen, durch sein Handeln und sein Nicht-Handeln. Und wenn man sagen muss, dass die Causa Nazareth ohne das Zutun des Bischofs nicht möglich gewesen wäre, so gilt das auch für den Superintendenten.

 

Stark genug?

Nein, der Wechsel ist nicht weitreichend genug. Bischof und Superintendent bleiben im Amt und werden weiterhin „ihre Gremien“ (Kirchenleitung und Kreiskirchenrat) prägen – was dabei heraus kommen kann, haben wir in der Causa Nazareth gesehen.

Und genau deswegen müssen wir uns die Rolle der beiden Benannten etwas genauer anschauen.

Wir werden uns in Bezug auf den Bischof die Frage stellen, wie die gepredigte Theologie und das eigene Leitungshandeln zusammenpassen.

Wir werden uns in Bezug auf Superintendent Kirchner fragen müssen, wie sich seine zentrale Rolle im Untergang der Nazarethkirchengemeinde darstellt.

Auch werden wir nach Motivation und Hintergründen fragen müssen:

  • Was ist „Döner-Jesus“?
  • Kann ein Superintendent befangen sein?
  • Wem gehört das Gemeindehaus?
  • Wie geht ein Kirchenkreis mit Wahlen um?
  • Warum klagt ein Superintendent vor dem Landgericht anstatt zunächst das geschwisterliche Gespräch zu suchen?

Wir werden gemeinsam nach Antworten suchen und zugleich versuchen, ein vollständiges Bild von der Causa Nazareth zu zeichnen. Denn eines dürfen wir nicht vergessen:

Während sich hier ordinierte Theologen versuchen reinzuwaschen, leiden vor Ort Menschen unter aggressiven Mobbing und ist eine eigentlich lebendige Gemeinde zu einem Schatten ihrer selbst herunter gewirtschaftet worden!

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