Gibt die Kirche nun die Rechtsstaatlichkeit völlig auf?

Die Gemeinde hat mich vom Gesamtwahlvorschlag entfernt. Die Begründung zeigt m. E. deutlich, dass das Handeln des GKR nichts mit freiheitlichen Strukturen zu tun hat.

Die kirchliche Ordnung fällt mal wieder der Willkür zum Opfer!

 

 

Hallo Ihr Lieben,

obwohl wir nun seit JAHREN direkt und offen angefeindet werden, hatten Christian und ich beschlossen, uns doch für die GKR-Wahl in der Nazarethgemeinde aufstellen zu lassen. Wir wollten von dem „Gegeneinander“, was uns seit 2010 wiederfährt, endlich wieder zu einem „Miteinander“ finden. Diese Chance wurde von der Gemeindeleitung ausgeschlagen! Zuerst wurden Christian und ich im Rahmen der Kandidatenvorstellung im Schaukasten durch Falschbehauptungen / Lügen diffamiert schlecht gemacht – wie ich schon berichtete.

Die eigentliche Kandidatenvorstellung im Rahmen der Gemeindeversammlung im Schinkelsaal zeigte dann deutlich, dass weiterhin über uns schlecht geredet wird und infame Lügen verbreitet werden. Wir lobten deswegen eine Belohnung aus, um die Hintermänner und -frauen dieser systematischen Verleumdungen endlich dingfest zu machen. Auf die entsprechende Auslobung nach BGB kann ich bis zur gerichtlichen Klärung derzeit leider nicht verlinken. Ja, es wurde wieder mal nicht der Weg der Kommunikation von der Kirchenseite her gewählt, sondern gleich die Gerichtsbarkeit eingeschaltet… Dabei weiß die Kirche nur allzu gut, dass wir im Recht sind! Und eigentlich müssten mittlerweile ALLE so schlau sein, zu wissen, dass sie uns nicht mundtot machen werden – erst Recht nicht im Lutherjahr 😉
Egal, nach derzeitigem Stand, wird die Verfügung eh nicht lang bestehen bleiben und schon bald werde ich auch wieder von der Auslobung berichten können.

Jetzt allerdings hat die Gemeinde mich vom Gesamtwahlvorschlag gestrichen!

Gerne würde ich hier das entsprechende Schreiben direkt veröffentlichen – aber ich werde nur einzelne Teile beschreiben – so wie es große Zeitschriften wie z. B. „der Spiegel“ auch tun. Denn, für eine ausführliche Beschreibung, gibt es in den nächsten Tagen meinen Widerspruch zu lesen.

Nur kurz so viel:

Das zweiseitige Schreiben der Gemeinde formuliert ein paar Vorwürfe und schließt dann daraus, dass sie mich vom Wahlvorschlag streichen müsste. Das Ganze funktioniert ungefähr so:

Ohne mich angehört zu haben und ohne die Vorwürfe weiter geprüft zu haben, behauptet die Gemeinde, dass ich mich in einer Form verhalten würde, die die Entfernung aus dem Ältestenamt begründen würde. Mir wird keine Möglichkeit gegeben, mein Verhalten zu rechtfertigen oder gar zu ändern. Stattdessen geht die Gemeinde davon aus, dass ich als gewählter Ältester aus dem Amt entlassen werden würde, was die Handlungsfähigkeit des GKR beeinflussen würde. Und darum streichen sie mich vom Gesamtwahlvorschlag.

Das ist Rechtsauslegung in der Evangelischen Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz: „Ich schmeiss Dich raus, denn du könntest ja einen Fehler machen…“ Sieht so Nächstenliebe aus?

Rechtlich betrachtet ist das ganze Verfahren Unfug! Denn selbst wenn ich etwas tun würde, was eine Entfernung aus dem Ältestenamt zur Folge haben könnte, schreibt die Grundordnung ganz klar vor, dass eine Ermahnung durch den Superintendenten zu erfolgen hat und nur wenn diese nicht fruchtet, kann der Kreiskirchenrat eine Amtsenthebung beschließen. Man beachte: Superintendent und Kreiskirchenrat – nicht GKR!

Das interessiert den GKR offenbar wenig. Er macht sich eine Funktion zu eigen, die ihm nicht gehört, verzichtet auf eine konstruktive Klärung und ignoriert die Grundordnung völlig, wenn es darum geht, eine Chance zur Korrektur des eigenen Verhaltens einzuräumen.

Der letzte Punkt ist dabei ein ganz wesentlicher! Schon in der Heiligen Schrift wird uns mit auf den Weg gegeben, das wir einander ermahnen sollen zum richtigen Handeln und erst wenn das nichts bringt, sollen Konsequenzen folgen.

Kurz gesagt: Selbst wenn ich etwas falsch gemacht hätte, dürfte der GKR nicht eine ephorale Kompetenz benutzen, um mich vom Wahlvorschlag zu streichen.

 

Habe ich überhaupt was falsch gemacht?

Schauen wir doch mal nach, was mir inhaltlich vorgeworfen wird.

Erstes und einziges Beispiel für heute wird mir die oben schon genannte Auslobung einer Belohnung vorgeworfen. Begründung des GKR: „Sie erheben in dem Schreiben eine Reihe von Vorwürfen gegen die Leitungsorgane von Kirchengemeinde, Kirchenkreis und Landeskirche.

Aha!

Weil ich also Kritik an den kirchenleitenden Organen übe, darf ich nicht in den GKR?  Ein Jahr vor dem 500. Jubiläum der Reformation verbittet man sich also Kritik. Was ist aus Kirche der Freiheit geworden? Was ist aus Reformation geworden? Unterscheidet sich diese Kirche noch von einer totalitären Organisation?

Entscheidend ist, dass der GKR hier klar kompetenzüberschreitend handelt und die Rechtslage der Kirchengesetze ignoriert, damit ein Szenario dabei herauskommt, was nicht mit den Gesetzen und Rechtsprinzipien der Bundesrepublik Deutschland vereinbar ist. Nun machen das aber nicht ein paar Privatleute, sondern die Gemeinde als Körperschaft des öffentlichen Rechts, die hoheitliche Aufgaben wahrnimmt.

Da ferner davon ausgegangen werden muss, dass der Beschluss der Gemeindeleitung im Benehmen mit dem Konsistorium gefasst wurde, stellt sich die Frage, ob die Kirche als solches überhaupt noch den Status der eigenen Gerichtsbarkeit, der eigenen Gesetze und der Körperschaft des öffentlichen Rechts behalten darf. Denn es gilt für alle Organisationsformen: Wenn man seine genuinen Aufgaben nicht mehr wahrnehmen kann, kann man auch nicht die entsprechende Organisationsform behalten. Und offensichtlich schafft es die Kirche seit Jahren, die dieser Konflikt nun schon andauert, nicht mehr, sich an die eigenen Gesetze zu halten.

Ich werde nun bei der Gemeinde Widerspruch einreichen und mich zeitgleich an die Kirchenleitung wenden.

Meine ganz eigene Meinung ist, dass der Plan hinter dem ganzen Theater gegen uns viel diabolischer ist, als ich es hier beschreiben dürfte – wer wissen will, was ich damit meine, kennt ja meine Kontaktdaten.

In diesem Sinne

 

So long cK

2 Gedanken zu „Gibt die Kirche nun die Rechtsstaatlichkeit völlig auf?“

  1. Es ist ja unglaublich, was ich hier lese. Seit Jahren verfolge ich die Querelen in ihrer Gemeinde. Ähnlich Unfassbares habe ich in unserer Kirche erlebt. Seit 3 Jahren regiert ein rechtswidrig gewählter GKR. Die Katechetin, welche die Kirche betrogen und vereinnahmte Gelder nicht abgerechnet hat, blieb im Amt. Die Gemeindemitglieder, welche diesen Betrug aufgedeckt und sich fast 2 Jahre um eine ehrliche Aufklärung bemüht haben, sind den Machenschaften des Superintendenten und Generalsuperintendenten zum Opfer gefallen. Die Lügen und Intrigen dieser angeblichen Kirchenvertreter sind unglaublich. Wer Unstimmigkeiten in der Kirchenleitung anprangert, wird zum Opfer. Wir haben diesen Kampf nach 2 Jahren aufgegeben und jetzt regieren diese Lügenbarone weiter. Ich hätte so etwas in der Kirche nie für möglich gehalten.
    Ich wünsche ihnen Kraft, diesen Kampf weiterzuführen. Wir haben diese Kraft nicht gehabt.
    Mit freundlichen Grüßen

    1. Liebe(r) Frau (Herr) Lehmann,
      vielen Dank für Ihren Kommentar, der leider ein weiteres Beispiel dafür beschreibt, dass etwas in unserer Kirche grundlegend schief geht. Es laufen Merkwürdigkeiten ab und man hat kaum die Möglichkeit sich zu wehren. Und nach außen wird alles schön geredet…
      Ich würde mich sehr freuen, wenn Sie mir mitteilen könnten (gerne auch per E-Mail) welches denn Ihre Gemeinde ist.
      Liebe Grüße unbekannterweise

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.