Hausverbot ohne Grund

Nachdem der Gemeindekirchenrat der Nazarethkirchengemeinde im Jahre 2011 durch einen offensichtlich rechtswidrigen Beschluss von Bischof Dr. Markus Dröge aufgelöst wurde, übernahm zunächst ein Bevollmächtigtenausschuss unter der Leitung von Pfarrer Ralf Wenzel die Leitung der Gemeinde. Am 29. März 2012 beschloss der Ausschuss unter anderem:

Der BVA [Bevollmächtigenausschuss, Anm. d. Autors] beschließt gemäß der Anweisung des Superintendent vom 29. März 2012: Gegen Herrn Christian B. [Name gekürzt], Herrn Christopher K. [Name gekürzt] und Frau Martina S. [Name gekürzt] wird mit sofortiger Wirkung ein Hausverbot […] verhängt.[…]

Auf der dann folgenden Gemeindeversammlung wurde formuliert, dass das Konsistorium um das Hausverbot gebeten hätte und es deswegen Superintendent Kirchner angeordnet hätte. Eine Begründung außer einem ominösen Verweis auf „schwebende Verfahren“ wurde natürlich nicht genannt.

Mit dem Schreiben, durch das wir über das Hausverbot informiert wurden, wurden wir auch aufgefordert, unsere Gemeindeschlüssel unverzüglich abzugeben.

Noch bevor wir dieser Bitte nachkommen konnten, tauschte der Bevollmächtigtenausschuss die Schlösser in der Gemeinde aus. Alle Gemeindeglieder, Ehrenamtlichen und Hauptamtlichen, die im Besitz von Schlüsseln der Gemeinde waren, mussten ihre Schlüssel der alten Anlage abgeben. Um einen neuen Schlüssel für die neue Schlüsselanlage zu erhalten, mussten alle unterschreiben, dass sie den namentlich genannten Christian B., Christopher K. und Tina S. keinen Zutritt zur Gemeinde gewähren würden.

Tina S. musste als Arbeitnehmerin der Gemeinde ihre Schlüssel unverzüglich bei Pfarrer Jens-Uwe Krüger abgeben.

Christian B. und ich gaben unsere Schlüssel nicht sofort ab, da wir auf eine Begründung der Maßnahme bestanden und auf die Idiotie verwiesen, Schlüssel einer Schließanlage zu verlangen, die bereits ausgetauscht wurde. Das Hausverbot achteten alle drei natürlich. Im Endeffekt reichte die Gemeinde trotzdem Klage gegen Christian B. und mich ein und wir mussten die Schlüssel abgeben.

Das Hausverbot blieb indes über fast 1,5 Jahre bestehen, da die Kirche alle Eingaben unserseits geflissentlich ignorierte und erst im Rahmen einer Untätigkeitsklage festgestellt wurde, dass das Hausverbot nicht rechtens gewesen ist. Begründet wurde es von Seiten Nazareths auch bei der Gerichtsverhandlung nicht!

Man muss sich das vor Augen führen: Einer Mitarbeiterin wird ein Hausverbot erteilt und sie muss ihre Dienstschlüssel abgeben – OHNE JEDEN GRUND!

Das erteilte Hausverbot wird in der Gemeinde und bei den Ehren- und Hauptamtlichen auf so perfide Weise publik gemacht, dass damit auch sichergestellt ist, dass auch jede Aktive und jeder Aktiver davon erfährt.
Da Tina S. zu dem Zeitpunkt schon längerfristig arbeitsunfähig erkrankt gewesen ist, bestand aber überhaupt gar keine Not, das Hausverbot so vehement zu verbreiten. Es scheint, dass einzig die Rufschädigungsabsicht im Vordergrund stand.

Dieser ganze Vorgang ist an sooo vielen Stellen falsch und hasserfüllt, dass man es kaum in einem Artikel allein beschreiben kann…
Wir werden uns die einzelnen Schritte von der systematischen Zersetzung und Rufschädigung bis hin zur gnadenlosen Kompetenzüberschreitung Superintendent Kirchners anschauen. Aber heute ist aus aktuellem Anlass ein anderer Aspekt von enormer Wichtigkeit:

Tina S. hat alle ihre Schlüssel unverzüglich abgegeben und und wurde deshalb im Ergebnis NICHT auf Herausgabe der Schlüssel verklagt.

Dennoch behauptet der CSU-Politiker und GKR-Vorsitzende Sebastian Bergmann, dass Tina S. diese Schlüssel noch hätte. Es wird unverholen so dargestellt, dass mit diesen Schlüsseln sogar Einbrüche verübt wurden – Herr Bergmann, lesen Sie Ihre Akten nicht? Ich meine, dass der Wisch, den Sie uns da am Freitag unter die Nase gehalten haben, kein Schlüsselbuch ist, sollte sogar Ihnen klar sein – aber haben Sie sich überhaupt die gesamte Aktenlage durchgelesen? Oder ist das der CSU-Style, dass man lieber versoffene Schlägertypen zur Mitarbeiterin nach Hause losschickt, als dass man mal ’ne Akte liest?

Und Sie, Frau Pfarrerin Brock, haben Sie sich nicht daran erinnert, dass sie höchstpersönlich die Schlüsselherausgabe-Klage unterzeichnet haben.
Haben Sie sich damals nicht gewundert, dass Sie Tina S. nicht verklagten oder haben Sie einfach nur blind die Klage von Ihrem Vorgänger Pfr. Ralf Wenzel unterschrieben, ohne zu wissen, worum es geht?

Sie beide, Herr GKR-Vorsitzender Bergmann und Frau Pfarrerin Brock WISSEN GANZ GENAU, dass es Blödsinn ist, dass Tina S. noch ihre alten Gemeindeschlüssel besäße – warum hören SIE nicht auf, das zu behaupten?

 

 

 

 

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